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Ärger um den Buddha vom Viktualienmarkt

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Die deutsche buddhistische Nonne Tenzin Wangmo protestiert
Die deutsche buddhistische Nonne Tenzin Wangmo protestiert © Schlaf

München - Seit einigen Wochen liegt der riesige, goldene Buddha auf dem Viktualienmarkt in der Innenstadt – als Teil eines Kunstprojekts. Mittlerweile hat der Ärger um die Figur sogar das Rathaus erreicht.

Fast täglich steht sie am Viktualienmarkt und diskutiert mit den Passanten. Wir sehen die buddhistische Nonne Bhikshuni Tenzin Wangmo (52), in Waging am See geborene ehemalige Bodybuilderin. Sie hält ein Schild in der Hand: „I’m ashamed of Munich“, zu Deutsch: „Ich schäme mich für München!“ Grund dafür ist der liegende ­Buddha am Viktualienmarkt. Und, so steht es weiter auf dem Schild: „Liebe Gäste, bitte verzeihen Sie diese religiöse Provokation.“

Seit einigen Wochen liegt der riesige, goldene Buddha mit der Aufschrift „Made in Dresden“ hier mitten in der Innenstadt – als Teil eines Kunstprojekts. Tag für Tag erhitzt

Josef Schmid: „Das Kunstwerk verletzt die Gefühle einer Weltreligion“
Josef Schmid: „Das Kunstwerk verletzt die Gefühle einer Weltreligion“ © Schlaf Marcus

die Statue die Gemüter mehr. Mittlerweile hat der Ärger sogar das Rathaus erreicht. CSU-Fraktionschef Josef Schmid und sein Vize Richard Quaas haben einen offenen Brief an Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) geschrieben. Mit dem liegenden Buddha werde für viele Buddhisten eines ihrer wichtigsten religiösen Symbole „unübersehbar in den Straßendreck gelegt“. Und: „Dies verletzt die religiösen Gefühle vieler Tausender Gläubiger einer Weltreligion.“ Schmid und Quaas bitten Küppers um einen öffentlichen Dia­log, „um eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden“.

Tatsächlich sorgt der Buddha vom Viktualienmarkt für Ärger unter den Buddhisten aus München – und aus aller Welt. „Man sieht sie immer wieder in Gruppen zusammenstehen, heftig diskutieren und den Kopf schütteln, aber man versteht sie halt nicht“, sagt Händler-Sprecherin Elke Fett.

Der

Hans-Georg Küppers: „Der Künstler hatte keine religiöse Provokation im Sinne
Hans-Georg Küppers: „Der Künstler hatte keine religiöse Provokation im Sinne © Jantz Sigi

Buddha gehört zum Projekt A Space Called Public. Ein malaysisch-britischer Künstler hat ihn entworfen. Küppers sagt: „Han Chong hat sich entschieden, Internationalisierung und Globalisierung an einem typisch Münchnerischen Ort und einer touristischen Sehenswürdigkeit zu thematisieren.“ Er wolle darauf hinweisen, dass viele in Deutschland verkaufte asiatische Dekoartikel aus Dresden stammen.

Die Deutsche Buddhistische Union mit 18 000 Mitgliedern schrieb Küppers entsetzt, dass sie „mit erheblichem Befremden“ von der Installation Kenntnis genommen habe. Die Figur könne „als Beleidigung und Herabwürdigung empfunden werden“. Die Reaktion des Referenten: Zur Erklärung werden jetzt Handzettel verteilt. Das Projekt dauert bis September.

Johannes Welte

A Space Called Public

A Space Called Public. Hoffentlich Öffentlich: So lautet der Titel einer Reihe von Kunstaktionen, für die der Stadtrat 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Unter der Federführung des dänisch-norwegisches Künstler-Duos Michael Elmgreen und Ingar Dragset werden öffentliche Plätze zur Bühne. Neben dem liegenden Buddha sorgte bereits das Denkmal für Michael Jacksons Affen Bubbles am Promenadeplatz für Diskussionen, gut kommt hingegen der Wohnsockel auf dem Wittelsbacher Platz an.

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